Liebe Freunde der Rheingauer Mundart,
im Namen der Nachwuchsgruppe "Die Rheingauer Schlappmäulscher" übernehme ich es gerne, Sie über unsere Jugendabteilung und deren Aktivitäten zu unterrichten. Dir Gruppe Schlappmäulscher sind ein lockerer Verband klooner Worzelscher, die zur Lebensfähigkeit und Zukunft des gewachsenen Stammes "Rheingauer Mundartvereins e.V." beitragen. Die Kinder und Jugendlichen werden von uns im Sprechen des Rheingauer Dialektes geschult und darauf vorbereitet, Texte zu rezitieren, Sketche einzuüben und schwungvolle Lieder vorzutragen. Wir geben Ihnen den nötigen Raum, in den öffentlichen Veranstaltungen unseres Vereins, häufig auch vor großer Besucherkulisse. So sammeln Sie Erfahrungen, die "vor`s ganse Lebe zu gebrauche sin".
Es ist nicht immer leicht, trotz der vielen Termine und Aktivitäten, die unsere Kinder und Jugendlichen heute bewältigen, die nötige Übungszeit zu erreichen, aber bisher ist es uns gelungen, die Begeisterungsfähigkeit der Nachwuchsgruppe zu erhalten und sie für unsere Sache zu gewinnen. Denn unser Anliegen ist die Erhaltung und Weitergabe der Rheingauer Mundart. Es ist eine so regionalbezogene, humorvolle und orginelle Sprache, die dem Rheingau erst sein unverwechselbares Gesicht gibt. Un jetzt emol in Mundart:
Um des zu erhalle, müsse mer Dialekt schwätze, des sollt schon bei de Oma oofange, die de Enkel verzählt un vorliest, möglichst aus unserm Rheingauer Märchenbuch, wo mir Grimms Märcher in die Rheingauer Muddersprach übbersetzt habbe. Abber aach die Bicher von unserer Rheingauer Mundartmudder Hedwig Witte, odder unserer Vorsitzenden Ulrike Neradt sinn die rischdisch Wahl, Mundart zu erlebe. Unser Theaterstücke will ich hier nadierlich aach erwähne, wo unser Nachwuchstalende mittlerweile die tragende Rolle übbernemme un des mit greestem Erfolsch!
Also, korz un gut, wenn Euer Kinner noch Miúndart schwätze, odder es lerne wolle, nemmt Kontakt mit uns uff,
mir freue uns übber jed nei Worzelsche.
Kontakt
Monika Albert
2. Vorsitzende

Un zum Schluss noch en Kostprob aus Kinnermund:

Des aam ald Männche

"Muddersche" saat`s lieb klaa Ännche
seiner Mamma leis ins Ohr,
"Geb mer for e´aam ald Männche
doch en aanzische Grosche nor!"

Saat die Mudder:" Selbstverständlich
kriehst`en Grosche ganz gewiß,
un ich freue mich unendlich,
des so gut dei`Herzche is."

"Doch, wo is des aam ald Männche?"
Freht des Muddersche noch leis,-
"In der Dohrfahrt", flistert`s Ännche,
"sitzt`s jo un verkäft dort Eis!"


Gude ihr Leit,
es iss jo werklich widder mol Zeit,
ebbes übber die Schlappmäulscher zu schreibe!
In de regionale Zeidunge sin die viele Aktividede von unsere Kinner jo gut
präsendiert worn.
Im laufende Johr 2017 hat sich die Gruppe von 7 Kinner werklich gut bei de
unnerschiedlichsde Oläss sehe un hörn losse könne.
Mit am Ohstrengenste (weesche dene hohe Temperadurn),war der Ufftritt uffem Hessedaach in Rüsselsheim
am Feierdach Fronleichnam, 15. Juni nochmiddachs im Zelt Trachtenland Hessen.
Unser Schlappmäulscher hadde, um gud demit strunze zu könne,
ihr neue rode Kaputzeshirts aagezooche, was nadierlich aach en schee einheitlich Bild von de Grupp abgebbe hot.
Des Schlappmäulschelied zu Beginn hot rischdisch für Stimmung gesorscht, un die Leid habbe mitgeklatscht un aach bei de Rezidatione uffmerksam zugehorscht. Es gab zur Belohnung vom Veranstalder vor jeden noch en Brotworscht un ordentlich was zu trinke.
Die Hi-un Rückfahrt hot zwar viel Zeit in Ospruch genumme, abber in de Nachles war des en gud Erfahrung, des es nit immer alles so ganz bequem im Lebe zugeht. Wenn sich abber dann de Erfolsch instellt, iss mer doch ganz zefridde!
Außer de Annsophie Fritz war`n debei:
Chayenne und Lennox Konrad, Chantal Hoffmann, Jakob Hollingshaus, Franziska Kunkel und Jule Löw,

* Foto siehe unten *


Der Auftritt der Rheingauer Schlappmäulscher anlässlich der Neuweihe der Martinsthaler Alten Kirche am Sonntag, 25. Juni 2017 kamen die Mundartbeiträge im anschließenden Unterhaltungsprogramm auf dem Kindlinger Platz sehr gut an.
Weihbischof Thomas Löhr gratulierte den Kindern zu ihrem Vortrag und freute sich, dass der Dialekt hier so lebendig gepflegt wird. Inge Keßler und Monika Albert hatten Mundartliteratur, passend zu Anlass herausgesucht. Ob zur Goldenen Hochzeitsfeier beim Anstoße mit dem Herrn Parre das Wort Prost angebracht, oder besser Halleluja zu sagen ist und warum die Geistlichkeit sich früher gerne in zwaa Nummern zu große Soutane kleidete (damit des viele gude Esse bei allen sich bietenden Gelegenheiten nit so deutlich sichtbar wurde), sorgte für Heiterkeit.
Monika Albert schrieb zum Anlass des Umzuges der vier Heiligenfiguren Laurentius, Sebastianus, Georg und Bonifatius aus der alten Kirchturmhalle in den Chor der neuen Kirche einen Sketch, der mit viel Applaus bedacht wurde.
Alle sieben Schlappmäulscher konnten sich zu diesen Auftritt vor begeistertem Publikum präsentieren.


Die Rheingauer Schlappmäulscher

Neuweihe der Martinsthaler Alten Kirche