Liebe Freunde der Rheingauer Mundart

Mundartzeitung wiederbelebt

Kümmern sich um „Rheingauer Gebabbel“: (v.l.) Oskar Wiffler, Ulrike Neradt, Helga Simon und Kiedrichs Bürgermeister Winfried Steinmacher.
Foto: Hermann Heibel
Von Anja Baumgart-Pietsch
KIEDRICH - „Rheingauer Gebabbel“ – wer kommt einem da als Erstes in den Sinn? Ganz bestimmt Ulrike Neradt, Erste Vorsitzende des Mundartvereins, die sich unermüdlich fürs heimische Idiom einsetzt. Es gibt Theater – aktuell wird wieder „En gude Jahrgang“ gespielt, und zwar am 24. und 25. April in der Brentanoscheune und am 10. Juli zum ersten Mal unter freiem Himmel im Staatsweingut in der neuen Kellerei.
Auch gibt es eine Neuauflage des „Rheingauer Gebabbels“, einer kleinen Zeitung, die vorerst zweimal jährlich erscheinen soll. Die zweite Ausgabe wird gerade vorbereitet und soll sowohl in dieser Woche zum Download auf der Homepage www.rheingauer-mundartverein.de bereitstehen als auch in diversen Geschäften, Buchhandlungen, den Filialen der Bäckerei Dries und anderswo ausliegen. Schon in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte es einige Ausgaben gleichen Titels gegeben. „Aber wie das so ist“, sagt Ulrike Neradt, irgendwann schlief das Ganze ein.
Große Resonanz
Ein Aufruf im vergangenen Jahr an alle Rheingauer Hobby-Mundart-Schreiber, unter dem Motto „Noch en Dutt voll Micke“, aus dem ein Buch werden sollte, erfuhr große Resonanz. Hunderte sandten ihre Gedichte und Geschichten sowie auch Rezepte in Mundart ein. „So viele konnten wir gar nicht ins Buch nehmen“, erzählt Neradt. Deshalb wird das „Rheingauer Gebabbel“ wiederbelebt.
Nun erscheint das kleine Heft mit 16 Seiten bereits zum zweiten Mal. Es wird kostenlos ausgegeben, die Druckkosten sind dank Anzeigenkunden und Sponsoren gedeckt. „Und der Aufruf bleibt bestehen: Wir möchten weiter Ihre Rezepte, Ihre Gedichte und Geschichten lesen“, wünschen sich Ulrike Neradt und ihre Mit-Redakteure Helga Simon, Herbert Michel und Gestalter Oskar Wiffler. Besonders spannend fänden sie es, wenn sich der ganze Rheingau („besonders die Gegend um Lorch fehlt uns“) beteiligen würde. Denn dann könne man einzelne Mundart-Spezialitäten miteinander vergleichen.
Mundart wird hauptsächlich von der älteren Generation gesprochen, doch es ist dem Verein ein großes Anliegen, dass sie nicht in Vergessenheit gerät. In der Tradition der Gründerin des Vereins, Hedwig Witte, soll der Dialekt hochgehalten werden. Das Magazin umfasst indes auch Beiträge auf Hochdeutsch, sagt Ulrike Neradt. Schließlich sollen auch Touristen etwas damit anfangen können.
Die erfahren in der neuen Ausgabe dann zum Beispiel etwas über den Spundekäs, die Eltviller „Turnhall“, den Dichter „de Diedeberjer Phillip“ oder „de Kunstbanaus“. Immer soll auch ein Porträt eines Rheingauers enthalten sein, dieses Mal ist es „de Müller Walder“.
Gespannt ist die Redaktion auf neue Einsendungen, zu denen ausdrücklich aufgerufen wird. „Für ein Heft haben wir noch genug Material, aber es ist uns alles willkommen“, versichert Ulrike Neradt.


"Rheingauer Gebabbel". Hier werden alle Texte, die bei uns eingegangen sind, nach und nach vorgestellt. Verantwortlich für die Redaktion wird Helga Simon sein, die selbst eine erfahrene und bekannte Mundartautorin im Rheingau ist.

Schicken Sie Ihren Text bitte an info@rheingauer-mundartverein.de
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Neradt
1. Vorsitzende